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Papierkreislauf

Recycling hat sich in Deutschland fest etabliert. Der Gang zum Altpapiercontainer ist selbstverständlich. Die Recyclingquote für Papier liegt zur Zeit bei rund 74 Prozent. Zum Vergleich: 1992 waren es noch rund 50 Prozent.

Die Verarbeitung von Altpapier zu hochwertigen Recyclingpapieren ist einer der wenigen funktionierenden Wirtschafts- und Stoffkreisläufe. Mit der Nutzung von Recyclingpapier lassen sich enorme Einsparpotenziale in Bezug auf Wasser und Energie realisieren. Der Kreislauf ist damit beispielgebend für das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung – vor allem angesichts der rasanten, weltweiten Bevölkerungsentwicklung, der sprunghaft wachsenden Papiernachfrage in den Industrie- und Schwellenländern sowie der fortschreitenden Abholzung der Urwälder.

Statistiken

Folgende Quellen wurden bei der Erstellung der Statistiken verwendet: Verband Deutscher Papierfabriken e.V. (VDP), Statistisches Bundesamt Deutschland

RECYCLINGWIRTSCHAFT

Die Nachfrage nach Abfalltechnologien, modernen Sortiertechniken, nach energetischen und Recyclinglösungen steigt. Durch den globalen Verbrauch an Rohstoffen sind innovative Produktionsverfahren in der Wirtschaft als essentielle Grundlage von Planungs- und Produktionssicherheit gefragt.

Die Nutzung von langlebigen, wiederverwendbaren und recycelbaren Produkten, die Nutzung von Abfall als potenzieller Rohstoff, der Aufbau geschlossener Stoffkreisläufe mit geringsten Materialverlusten und Reststoffen sowie einer integrierten energetischen Reststoffverwertung ist ressourceneffizient, ökologisch und ökonomisch. Unser Fokus liegt auf der Entsorgung und der Verwertung von Altpapier sowie dem Betrieb von Altpapieraufbereitungsanlagen.

Altpapier-sortieranlage

Unsere vollautomatische, mehrstufige Altpapiersortieranlage verfügt über eine ca. 60 Meter lange Sortierstraße. Hier werden Haushaltssammelware aus kommunaler Erfassung und verschiedenste Mischpapier-Fraktionen sortiert. Die Anlage erkennt Störstoffe und Fehlwürfe aus der Erfassung im laufenden Prozess und schleust diese über mehrere Aggregate aus dem Stoffstrom aus.

Für einen jeweils definierten Gutstrom (Qualität am Ende der Sortierung) werden nicht gewünschte Papiere ausgetragen (Negativsortierung) und mehreren Austragsbunkern zugeführt. Von hier aus werden verschiedene Qualitäten mittels Abzugsbändern einer Kanalballenpresse zugeführt.

Die mehrstufige Sortierung gliedert sich in mechanische Aggregate zur Trennung von großflächigen Kartonagen (Grobsieb), Kleinteilen (Feinsieb), grafischen und nicht-grafischen Papieren (Paperspike). Vollflächig bedruckte und gefärbte Papiere werden mittels optischer Nahinfrarot-Sensoren bezüglich Papierbeschaffenheit detektiert und je nach geforderter Sortiergüte mittels Druckluftdüsen aus dem Stoffstrom ausgetragen.

Während des gesamten Sortiervorganges muss der Stoffstrom mehrmals entzerrt und durch unterschiedliche Fördergeschwindigkeiten den Arbeitsbedingungen der verschiedenen Aggregate angepasst werden. Sensoren, Füllstandsmesser und flexible Antriebe übernehmen die vollautomatische Steuerung der Gesamtanlage.

In verschiedenen Verfahren sortieren wir auch alle anderen Altpapierqualitäten, die je nach Anforderung der weiterverarbeitenden Papierindustrie entweder in Ballen oder als loses Schüttgut verladen werden.

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PapierleXIKON

A

Abfallholz

Wichtige Rohstoffquelle für die Zellstoff- und Papierindustrie. Abfallholz als Sägenebenprodukt fällt an bei der Pflege und Durchforstung der Wälder (Waldholz) als Bruchholz (Kalamitätsholz). Der Anteil Waldholz am Verbrauch von Faserholz der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie betrug in 2006 64,7 % = 6,869 Mill. Festmeter o.R. Holz, Sägenebenprodukte.

Absolute Feuchtigkeit

Bei Papier versteht man unter der absoluten Feuchtigkeit die Wassermenge in Gewichtsprozent, die im Papier vorhanden ist.

Abwässer

Abwässer sind das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte, und das von Niederschlägen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Flächen abfließende Wasser. In der deutschen Papierindustrie wird das Abwasser, das organische und anorganische Reste enthält, mit erheblichem Kostenaufwand gereinigt. Die Abwassermenge je Tonne Papierproduktion wurde beträchtlich reduziert.

Abziehetikettenpapier

Spezielles Papier mit einem wasserlöslichen Strich für die Herstellung von Abziehbildern im Offset- oder Siebdruck.

Abzugspapier

Sehr saugfähiges Naturpapier für Vervielfältigungen. Man findet auch die Bezeichnung "Saugpost".

Adhäsiv-Papier

Mit Silicon beschichtetes Papier, das dadurch Klebstoffe abstößt. Für Abdeckungen bei Haftpapieren, -folien und -etiketten.

Affichenpapier

Andere Bezeichnung für "Plakatpapier". Definition nach DIN 6730 : "weißes Druckpapier, holzfrei, nassfest, vollgeleimt, auch einseitig glatt; muss bedruckt und gefaltet im Wasser begrenzte Zeit lager bar sein, bevor es angeklebt wird

Alkalileimung

Beimengung von synthetischen Masseleimungsstoffen und alkalischen Füllstoffen bei der Herstellung von Papier. Die so hergestellten Papiere werden als "neutralgeleimt" bezeichnet. Harzleimung, Leimpresse, Leimungsgrad.

Altpapier

Altpapier ist der Menge nach der wichtigste Rohstoff der Papierherstellung. Sein Anteil am gesamten Faserstoffeinsatz der Papierindustrie lag in 2006 bei 69,3 % (Zum Vergleich: Holzstoff = 7,6 %, Zellstoff = 22,9 %). Wegen seiner qualitativen Eigenheiten erfährt das Altpapier im Recycling Prozess i.d.R. eine gezielte Sortierung / Veredelung, um in der unterschiedlichen Bereichen der Papierherstellung einsetzbar. Altpapier kann bis zu acht Mal im Recycling Prozess wiederverwendet werden bzw. zu Neupapier auf Altpapierbasis verarbeitet werden. Definition nach DIN 6730: "Altpapier ist der Oberbegriff für Papier, Karton und Pappe, die außerhalb ihres Fabrikationsprozesses nach Verarbeitung oder Gebrauch erfassbar anfallen".

Altpapieraufkommen

Altpapieraufkommen ist die Menge an Altpapier, die aus dem Inland für die Papierherstellung zur Verfügung steht. Das Altpapieraufkommen erreicht in Deutschland rund 15,5 Millionen Tonnen jährlich.

Altpapier-Einsatzquote

Die Altpapierseinsatzquote in Deutschland liegt je nach Anwendung zwischen ca. 40 und 100%.Näheres siehe Rubrik Statistiken.

Altpapierqualitäten

Altpapierqualitäten gibt es theoretisch mehr, als es Papiersorten gibt. Praktisch ist es nicht möglich, alle Sorten getrennt voneinander zu erfassen. Der Altpapiermarkt unterscheidet mehr als 40 Handelsklassen. Die kritische Stelle bei der Wiederverwertung von Altpapier ist die Sortierung. Die gemischten Altpapiersorten, die der Papierindustrie heute überwiegend angeboten werden, weisen die unterschiedlichsten Faserqualitäten auf und enthalten neben den Druckfarben auch Verunreinigungen wie Kleber und Kunststoffe. Gut sortierte, "reine" Sorten stehen in der Qualitätsskala obenan - allen voran die überwiegend in Druckereien anfallenden "holzfreien weißen Späne", z. B. unbedruckte Randabschnitte, die Zellstoffe am nächsten kommen. Gemischtes Altpapier z. B. aus den Haushalten ist dagegen weiter unten angesiedelt. Siehe Sortenliste, z.B. untere, mittlere, bessere Sorten.

Altpapier-Rücklaufquote

Die Altpapier-Rücklaufquote ist das Verhältnis vom Altpapieraufkommen zum Papier- und Pappeverbrauch. Bei einem Aufkommen von rund 15,5 Millionen Tonnen und einem Papier- und Pappeverbrauch von 20,8 Millionen Tonnen in 2006 beträgt die Altpapier-Rücklaufquote in der Bundesrepublik Deutschland seit Jahren ca. 75 %. Näheres siehe Rubrik Statistiken.

AP-Papiere

AP-Papiere sind Papiersorten, die aus 100 % Altpapier bestehen. Dazu zählen traditionell viele der für Verpackungszwecke bestimmten Papier-, Karton- und Pappesorten (vor allem Wellpappenrohpapiere) sowie ein Teil der in der Bundesrepublik erzeugten Hygienepapiere. Außerdem werden auch in stetig steigendem Umfang Druck- und Schreibpapiere auf AP-Basis hergestellt und so dem Umweltgedanken sowie Ressourcenschonung Rechnung getragen.

Aschegehalt

Der Aschegehalt eines Papiers gibt Auskunft über den Anteil an Füllstoffen und Pigmenten, die neben den Faserstoffen organische Bestandteile im Papier enthalten. Der Anteil dieser Füllstoffe kann durch Verbrennen (Veraschen) des Papiers ermittelt werden. Deshalb "Aschegehalt".

Atro = "absolut trocken"

Maßstab für die Messung des Trockengehalts von Papier und Zellstoff - siehe auch: lutro, otro.

Aufbereitung

Aufbereitung ist nach der Faserstoffgewinnung die erste Stufe der eigentlichen Papierherstellung. Dabei werden zunächst die als Halbstoffe angelieferten Faserstoffe mit viel Wasser "aufgeschwemmt", d. h. in einen dünnen Brei verwandelt. Nach - oft mehrstufiger - Reinigung und Mahlung des Faserbreis werden die Hilfsstoffe zugegeben. Durch eine nochmalige Verdünnung erhält der Faserbrei dann die richtige Konsistenz (bis zu 99 Prozent Wasser) für die Weiterverarbeitung auf der Papiermaschine. Er wird dann als "Ganzstoff" bezeichnet.

Aufheller – siehe optische Aufheller.

 

Ausschuss

Papier, das durch Fehler in der Papierfabrikation ausgeschieden wurde und der erneuten Herstellung von guter Ware wieder der Produktion zugeführt werden kann.

B

Bahnbreite

Die Bahnbreite ist die Rollenbreite, in der das Papier auf der Papiermaschine gearbeitet ist. Sie läuft quer zur Laufrichtung.

Banknotenpapier

Sehr dauerhaftes, griff- und falzfestes, für den Mehrfarbendruck geeignetes fälschungssicheres Papier mit echten, mehrstufigen Wasserzeichen (Schattenwasserzeichen). Die Herstellung solcher Papiere erfolgt auf sogenannten Rundsiebmaschinen.

Biegefestigkeit (Biegekraft)

Widerstand, den ein Papier Verformungen im elastischen Bereich entgegensetzt. Wichtig bei Faltschachteln und Etiketten (DIN 53121 oder DIN 53123).

Bilderdruckpapier

Oberbegriff für eine Vielzahl gestrichener Papiere unterschiedlicher Qualität, die im Bogenoffset- und Rollenoffsetdruck mehrfarbig bedruckt werden können. Gestrichene Papiere.

Bildpostkartenkarton

Bezeichnung für ein- oder beidseitig matt- oder auch glänzend gestrichenen Karton von 180 - 300 g/m2. Auch sogenannte gussgestrichene d.h. spiegelglänzende Kartons werden für den Druck von Bildpostkarten eingesetzt. Gussgestrichene Papiere.

Bindemittel

Druckfarben bestehen aus Farbmitteln, Bindemitteln und Additiven. Farbmittel sind allgemein Pigmente. Bindemittel haben vor allem folgende Aufgaben: 1. Benetzen der Pigmente und Bilden einer feinsten Dispersion um das Pigment verdruckbar zu machen, 2. Verankern der Pigmente auf dem Bedruckstoff durch Trocknung der Bindemittel, 3. Bilden eines Schutzfilmes um Pigmente vor mechanischem Abrieb zu schützen.

Blatt

Papier und Karton in ungefalztem Zustand kleiner als DIN A 3. Für Formate, die im ungefalzten Zustand größer als DIN A3 sind, wird im allgemeinen der Ausdruck Bogen verwendet.

Blattbildung

Blattbildung ist bei der manuellen und auch maschinellen Papierherstellung die Bildung eines flächigen Gefüges aus Fasern und Füllstoff, also die Herstellung von Papier. Langsiebpapiermaschine.

Blauer Engel

Der Blaue Engel ist das anspruchsvollste und nachhaltigste Umwelt- und Verbraucherschutzzeichen der Welt. Es wird vergeben an Druck- und Pressepapiere, die überwiegend aus Altpapier bestehen (RAL-UZ 72). Der Altpapieranteil muss bei mind. 75 % liegen und der Frischfaseranteil bei max. 25 %. Die Zertifizierung erfolgt nach strengsten ökologischen wie qualitativen Kriterien.

Bleichen

Unter Bleichen ist die Erhöhung des Weißgrades eines Faserstoffes zur Herstellung von Papier zu verstehen. Der Bleichprozeß ist eine Weiterführung des chemischen Aufschlusses, bei der die Abtrennung der Zellulosebegleitstoffe vollendet wird. Denn der Zellstoff hat nach dem chemischen Aufschluss eine gelbliche bis braune Färbung. Das Bleichen erfolgt heute mehr und mehr ohne Chlor oder Chlorverbindungen.

Bogen

Oberbegriff für auf Format geschnittenes Papier größer als DIN A3. Gefalzte Bogen werden als Falzbogen bezeichnet.

Braunschliff

Eine Holzschliffart, für die hauptsächlich Kiefernholz eingesetzt wird. Das Holz wird vor dem Schleifen gedämpft oder gekocht, um beim Schleifvorgang die Lockerung und Herauslösung der Fasern zu erleichtern.

Breitbahn

Ein Papierbogen, dessen lange Seite aus der Breite der Papierbahn geschnitten wurde. Die Laufrichtung des Bogens liegt also parallel zur Schmalseite. Beispiel: 70 x 100 BB oder 100 x 70 cm. Schmalbahn.

Briefumschlagpapier

Einseitig glattes oder satiniertes (geglättetes), schreibfestes weißes oder farbiges Papier mit Flächengewichten von 70-150 g/m2 (DIN 6733). Es wird in verschiedenen Qualitäten holzfrei, holzhaltig aber auch mit hohen Anteilen an Sekundärfasern ( Recyclingpapier ) hergestellt.

Brennprobe

Um festzustellen, ob ein Karton aus mehreren geklebten Lagen besteht, kann das Testblatt an einer Ecke angezündet werden. Die Zahl der sich spaltenden Aschelagen gibt die Zahl der Papierlagen an.

Briefpapier

Meist einseitig glattes, gut falzfähiges und nicht durchscheinendes Papier in vielen Ausführungen. Zur Herstellung von Briefumschlägen, Briefhüllen und Versandtaschen.

Bristol-Karton

Aus dem englischen (carton Bristol) stammender Name für einen 3- und mehrlagigen Karton. Die Ober- und Unterdecke ist holzfrei und die Einlage meist holzhaltig (246-924g/qm). Für Preisschilder, Postkarten u.ä..

Büro-Kopierpapier

Je nach Kopiersystem sehr unterschiedliche Papiere und Qualitäten, die teilweise auf einzelne Kopiergeräte-Typen abgestimmt sind. Im wesentlichen unterscheidet man Naturpapier mit matter und satinierter Oberfläche und Spezialpapier.

Bütte

Rundes oder ovales Gefäß, aus dem verdünnter Faserbrei, das sogenannte Ganzzeug (Ganzstoff) manuell zur Herstellung von Büttenpapier mit Hilfe eines Siebes geschöpft wird.

Büttenpapier

Ursprünglich von Hand mit einem Sieb "aus der Bütte" geschöpftes Papier. Dabei steht der Büttenrand organisch mit der Blattbildung in Beziehung. Es entsteht der für solche Papiere typische, ungleichmäßige und verlaufende Rand handgeschöpfter Papiere. Es gibt heute auch imitierte Büttenpapiere (z.B. mit gestanztem oder nicht verlaufendem Rand!).

Buntpapier

Im Gegensatz zu weißen Papieren werden Buntpapiere erst nachträglich durch Färben und Mustern (meist künstlerisch-manuell) hergestellt. Es gibt zahlreiche Techniken.

С

Calciumkarbonat

Bezeichnung für Kreide oder Kalkstein. Wichtiges Produkt der Papierindustrie für die Herstellung von Papier als Füllstoff oder für Streichfarbe als Pigment.

CB-Papier

Auf der Rückseite mit einem farbgebendem Strich (Kapseln) versehenes Papier (coated back) für die Herstellung von selbstdurchschreibenden Mehrfachformularen.

CF-Papier

Auf der Oberseite mit einem farbentwickelnden Strich versehenes Basispapier (coated front) für die Herstellung von selbstdurchschreibenden Mehrfachformularen.

CFB-Papier

Beidseitig gestrichenes Papier (Farbnehmer auf der Oberseite, Farbgeber auf der Rückseite) für die Herstellung von selbstdurchschreibenden Mehrfach-Formularsätzen (coated front and back).

Chemieschliff

Entsteht durch Verschleifen (Holzschliff) von Faserholzknüppeln, die zuvor mit warmen Lösungen von Natriumverbindungen behandelt wurden, um die Fasern schon teilweise aufzuschließen.

Chlor- und säurefreie Papiere

Papiere ohne metallschädliche Bestandteile zum Verpacken von empfindlichen Gegenständen aus Metall.

Chlorbleiche

Zellstoffbleiche mit Hilfe von Elementarchlor oder Chlorverbindungen. Die Chlorbleiche ist, chemisch gesehen, das optimale Verfahren, um Lignin, das unter Sauerstoffeinwirkung das Papier brüchig macht und stark vergilben lässt, von der Zellstoff-Faser zu trennen. Der Nachteil des Verfahrens ist aber, dass die Abwässer aus der Chlorbleiche leider nur unzureichend gereinigt werden können und daher die Gewässer belasten. Weltweit werden aber aus diesem Grunde bereits chlorfreie alternative Bleichverfahren praktiziert, die keine Umweltbelastung darstellen.

Chlorfreie Papiere

In der allgemeinen Umgangssprache die Bezeichnung für Papier, das aus Zellstoff hergestellt wurde, der ohne Elementarchlor oder Chlorverbindungen gebleicht wurde. Am gebräuchlichsten sind heute Sauerstoff und Wasserstoffperoxid. Solche Papiere werden mit der Abkürzung "TCF = totally chlorine free" gekennzeichnet.

Chromoersatzkarton

Ein mehrschichtiger Faltschachtelkarton, der ein- oder beidseitig holzfrei gedeckt und einseitig glatt ist. Zwischen zwei Decklagen, von denen mindestens eine aus gebleichtem (weißem) Zellstoff besteht, befinden sich Zwischenlagen und Einlagen aus Holzstoff (Holzschliff).

Chromokarton

Gem. DIN 6730: "einseitig gestrichener, lackier- und bronzierbarer Karton mit einem Strichgewicht von mindestens 15 g/m2; als Streichrohkarton werden durchgearbeitete Kartons oder Chromoersatzkartons verwendet". Die Anforderungen an Chromokartone konzentrieren sich insbesondere auf - Bedruckbarkeit der gestrichenen Oberfläche - Biegesteifigkeit - Spaltfestigkeit - Stanz-, Rill- und Ritzbarkeit.

Chromopapier

Holzhaltiges oder holzfreies Papier, das einseitig gestrichen ist. Der stets wasserfeste Strich entspricht grundsätzlich dem von Kunstdruckpapier; die Streichmasse ist aber wegen anderer Anforderungen an das Produkt (gute Offsetdruckeignung sowie Präge-, Lackier- und Bronzierfähigkeit) anders zusammengesetzt. Chromopapier wird überwiegend für Etiketten, Einwickler und Bezugpapiere eingesetzt.

CSB – "chemischer Sauerstoffbedarf"

Beim chemischen Abbau von Verunreinigungen im Wasser wird Sauerstoff verbraucht. Der Sauerstoffverbrauch (Bedarf) ist dabei ein Maß für den Grad einer Verunreinigung. Als Oxidationsmittel bei der analytischen Bestimmung wird Kaliumdichromat vorgeschrieben.

CTMP – "Chemi-thermomechanical pulp"

Chemisch- thermomechanischer Holzstoff. Es ist ein durch mechanische Zerfaserung nach chemischer Vorbehandlung gewonnener Faserstoff. Ausbeute 85 bis 90%. – siehe auch TMP.

D

Decklage

Außenliegende Schicht eines Kartons, die auch ästhetischen Gesichtspunkten genügen muss.

De-Inking

Reinigungsverfahren zur Entfernung von Druckfarbe aus Altpapier zum Zwecke der Gewinnung von Sekundärfasern. Der aus bedrucktem Altpapier gewonnene Faserbrei wird dabei in einer Art Wäsche mit Seife und Natronlauge behandelt. Dabei lösen sich die Druckfarben, eingepumpte Luft treibt die Farbteilchen nach oben, wo sie als Schaum abgeschöpft werden können.

Dickdruckpapier

Weiches, besonders stark auftragendes, elastisches, voluminöses Papier. Statt Dickdruckpapier findet man auch die Bezeichnung "Auftragende Papiere" oder "Daunendruck".

Digitaler Druck

Aufarbeitung von Daten mittels Computer. Weiterleitung und Verarbeitung des digitalen Datenbestandes, ohne eine konventionelle Druckvorstufe zu verwenden.

Dimensionsstabilität

Wichtige Qualitätseigenschaft eines Papiers für den Mehrfarbendruck. Bei Veränderung der rel. Luftfeuchtigkeit und durch Feuchtigkeitseinwirkung beim Offsetdruck kann es zu einer mehr oder weniger starken Veränderung der Dimension des Papiers kommen. Es können Passerdifferenzen entstehen. Die Dimensionsstabilität eines Papiers wird mit einem Feuchtdehnungsmessgerät ermittelt (nach DIN 53 130).

Dokumentenpapier

Wertvolle Papiere, die ein echtes Wasserzeichen haben. Sie werden vorzugsweise bei Behörden verwendet und müssen spezielle Eigenschaften aufweisen.

Doppelsiebformer

Papiermaschinentyp, der im Gegensatz zur sogenannten Langsiebpapiermaschine über zwei zusammenlaufende Siebe verfügt, zwischen denen die Papierbahn" geformt" wird.

Doppelstrich

Bezeichnung für gestrichene Papiere, die neben dem eigentlichen Top-Strich zunächst einen sogenannten Vorstrich erhalten um eine noch gleichmäßigere Oberfläche zu bekommen.

Duplexkarton

Besteht aus drei Stofflagen, wobei die Einlage und die rückseitige Decklage zumeist aus Altpapierstoff gefertigt sind.

Durchsicht

Prüfung und Beurteilung eines Papiers bei durchfallendem Licht. Dabei wird unterschieden nach gleichmäßiger, ruhiger und klarer Durchsicht bei guten Papieren und ungleichmäßiger, wolkiger und sehr unruhiger Durchsicht bei weniger guten Papieren.

E

ECF – "elementarchlorfrei oder chlorarm"

Zellstoffe zur Herstellung dieser Papiere sind ohne Elementarchlor gebleicht worden, Chlorverbindungen - insbesondere Chlordioxid - kamen aber zum Einsatz. ECF-Papiere gelten nicht als chlorfrei gebleicht nach DIN 6730.

Echtpergament (engl.: vegetable parchment)

Mit Hilfe von Chemikalien dauerhaft fettdicht und nassfest gemachtes Zellstoffpapier; industriell erstmals 1861 in England hergestellt. Es entsteht in mehreren getrennten Arbeitsgängen.

Einlage

Bei Faltschachtel-Karton die innenliegende Schicht.

Einstufige Papierhersteller

Papierfabriken, die weder ihre Vorprodukte (Faserstoffe) selbst herstellen noch sich in der Weiterverarbeitung betätigen. Sie beschränken sich auf eine einzige Produktionsstufe, die Papierherstellung. Im Gegensatz dazu stehen die sogenannten integrierten Papierfabriken.

Elefantenhaut

Geschützter Markenname für einen auf Papierbasis entwickelten, extra zähen Werkstoff mit einer typischen Aderung und besonders hohen Festigkeitswerten. Das Material ist imprägniert und besonders kratz- und scheuerfest.

Elektrosensitives Papier

Spezialpapier, das auf elektrische Spannung und Wärme reagiert und sich an den entsprechenden Stellen schwarz verfärbt. Das Telefax- Papier ist ein Beispiel für die Anwendung elektrosensitiver Papiere.

Elfenbeinkarton

Ein Karton, der durch seine Stoffzusammensetzung und Fertigungsart eine besonders weiße Färbung und elegante Durchsicht hat.

Endlospapier

Rollen-Druckpapier für Endlos-Druckmaschinen zwischen 40-80 g/m2, meist holzfrei, aber auch Papiere mit unterschiedlich hohen Anteilen von Sekundärfasern.

Entwässerung

Vorgang auf dem Sieb einer Papiermaschine. Dort erfolgt die eigentliche Blattbildung durch das Ablaufen des in der Fasersuspension enthaltenen Wassers durch das Sieb. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Entwässerung.

F

Faltschachtelkarton

Karton, der sich zur Herstellung von Faltschachteln eignet. Besonders kommt es auf die Bedruckbarkeit an und die sich dann anschließende Veredelung oder Verarbeitung wie z.B. Lackierung und Stanzung. Unterscheidungskriterien: Faserstoffeinsatz (holzfrei, leicht holzhaltig, holzhaltig, altpapierhaltig), Aufbau (Prinzip der Lagen = Decklage, Einlage, Rückseite oder Unterlage), Oberflächenbeschaffenheit (ungestrichen, pigmentiert, gestrichen, gussgestrichen).

Falzen

Beim Falzen eines Papiers wird die Oberfläche der äußeren Seite gespannt und die der inneren Seite gestaucht. Diese Beanspruchung hat bei gestrichenen Papieren sehr oft ein Aufreißen des Striches auf der äußeren Seite des Falzes zur Folge. Solange der Falz nur unbedruckte Stellen durchquert, ist diese Erscheinung soweit nicht störend. Sobald aber bedruckte Stellen oder gar bedruckte Flächen davon betroffen sind, wird ein aufgebrochener Strich sichtbar. Eine Ursache des Aufreißens kann eventuell in der falschen Laufrichtung des betreffenden Papiers liegen. Es kann aber auch möglich sein, dass die betreffenden Rillwerkzeuge bzw. die Prägetiefe der Rillnute nicht auf die zu verarbeitende Papierqualität abgestimmt wurde. Grundsätzlich sollten gestrichene Papiere ab einem Gewicht von 100 g/m2 aufwärts vor dem Falzen gerillt werden. Man sollte bereits bei der Planung und Gestaltung einer Drucksache darauf achten, dass der Falz möglichst nicht durch bedruckte Stellen führt.

Falzzahl

Maß für die Festigkeit eines Papiers beim Falzen. Sie gibt an, wie viel Doppelfalzungen ein Versuchsstreifen ausgehalten hat bevor er zerreißt.

Farbort

Der Farbort eines Papiers bestimmt den Eindruck der Papierweiße, die rötlich, grünlich oder bläulich sein kann. Nicht zu verwechseln mit dem Weißgrad des Papiers.

Farbreaktionspapier

Bezeichnung für Selbstdurchschreibepapier, bei dem eine Durchschrift durch eine chemische Farbreaktion erfolgt. Sie finden Anwendung bei Formularsätzen.

Farbstoffe

Können der Papiermasse zugesetzt werden, um dem Endprodukt von vornherein eine bestimmte durchgehende Färbung zu geben. Die Färbung kann auch durch Zugabe der Farbstoffe beim Streichen (gestrichene Papiere) und in der Leimpresse (Oberflächenfärbung) erreicht werden. Sie bleibt dann auf die Oberfläche beschränkt.

Faserholz

Im Sinne der Papierindustrie jede Holzart, die Faserstoffe (Holz) für die Papierherstellung liefert. Bevorzugt werden Nadelhölzer, die längere Fasern als Laubhölzer liefern. 

Faserorientierung

Grad der Ausrichtung der Fasern bei der Papierherstellung (Stoffauflauf - Sieb).

Faserstoffe

Rohmaterialien der Papierherstellung. Dazu zählen nicht nur Holzstoff (Holzschliff) und Zellstoff, sondern insbesondere auch Altpapier. In begrenztem Umfang auch Hadern und Strohzellstoff sowie Fasern aus anderen Einjahrespflanzen oder synthetische bzw. mineralische Faserstoffe.

Feinpapier

Allgemein die Bezeichnung für die edelsten Erzeugnisse der Papierindustrie. Bei der Herstellung wird besonders Wert auf Festigkeit der Oberfläche sowie auf gute und gleichmäßige Durchsicht (auch mit Wasserzeichen) und sehr gute Bedruckbarkeit gelegt. Festigkeit  Die Festigkeit eines Papiers beruht in erster Linie auf Wasserstoffbrücken, die die Fasern miteinander verbinden.

Feuchtdehnung

Als Folge der Feuchtigkeitsaufnahme aus der Umgebungsluft werden die Abmessungen eines Papierblattes oder -bogens größer. 

Feuchtprobe

Prüfmethode zur Ermittlung der Laufrichtung eines Papiers.

Filtrierpapier

Mit röscher Mahlung aus Zellstoff und Baumwollfasern hergestelltes Papier mit hoher Saugfähigkeit und chemischer Reinheit.

Filze

Speziell gewebte Tücher. Sie führen die Papierbahn zur Entwässerung durch die Pressenpartie der Papiermaschine und anschließend auch durch die Trockenpartie, wobei die Filze die feuchte Papierbahn gegen die dampfbeheizten Trockenzylinder pressen.

Filzmarkierung

Markierung des Filzgewebes der Papiermaschine auf der Oberfläche des Papiers.

Filzprägung

Eine besonders markante, erwünschte Prägung, die einem Papier in der Nasspresse der Papiermaschine beigebracht wird. Es entsteht eine interessante Struktur.

Filzseite

Die bei der Blattbildung auf einer Langsiebpapiermaschine oben liegende Seite des Papiers. Dadurch entsteht eine gewisse Zweiseitigkeit. Bei Papieren, die auf Doppelsiebmaschinen hergestellt werden, ist die Zweiseitigkeit deutlich geringer. Dabei wird nach Sieboberseite und nach Siebunterseite unterschieden.

Flächenbezogene Masse

Neuere Bezeichnung für Flächengewicht (Messung nach DIN ISO536).

Flächengewicht

Flächengewicht ist das Gewicht (in Gramm) eines Quadratmeters eines bestimmten Papiers oder Kartons.

Flächengewichtsbestimmung

Prüfvorschrift nach DIN 53 104 mit einer Quadranten- oder Analysewaage.

Flotations-Verfahren

 Verfahren um aus Altpapier die Druckfarbe herauszulösen.

Fluff-Zellstoff

Geflockter Zellstoff. Er dient vor allem als sehr saugfähiges Einlagematerial in Babywindeln.

Fluting

Aus Halbzellstoff bestehender Wellenstoff (Wellpappe) von 130 - 140 g/m2, wobei der Halbzellstoff vorzugsweise aus Laubhölzern hergestellt ist.

Foils

Stationäre, bogenförmige Kunststoffleisten, die die beweglichen Langsiebe (Sieb) der Papiermaschine tragen und das Wasser an der Unterseite der Siebpartie entfernen. Sie tragen damit zur Entwässerung des Papiers bei.

Formation

Die Struktur und der Grad der Einheitlichkeit der Faserverteilung im Papier, gemessen oder beurteilt mittels hindurch geschicktem Licht. Die Formation wird allgemein auch als die "Durchsicht" des Papiers bezeichnet.

Formatpapier

Wird überwiegend für grafische Zwecke, z. B. in Druckereien, eingesetzt. Im Gegensatz zum Rollenpapier ist es bereits "ab Werk" auf die vom Auftraggeber bestimmten Formate zugeschnitten. Dazu wird die Papierbahn über einen Rollenschneider der Länge nach und auf einem Querschneider in der Querrichtung geschnitten. Die fertigen Bögen werden anschließend in bestimmten Stückzahlen in Riese abgepackt oder auch ungeriest auf Paletten ausgeliefert.

Frischfaserstoff

Auch Primärfaserstoff genannt. Im Gegensatz zu dem als Altpapierstoff bezeichneten Sekundärfaserstoff.

Füllstoffe

Bei der Papierherstellung werden zur Verbesserung bestimmter Papiereigenschaften (z.B. Glätte, Weiße, Opazität, Geschmeidigkeit u.a.) der Faserstoffmasse eine Reihe von organischen und anorganischen Mineralstoffen beigegeben, die sich zwischen den Fasern einfügen. Die Füllstoffe werden meist in Wasser geschwemmt und in der Mischbütte dem Halbstoff zugesetzt. Füllstoffe sind in der Regel Mineralstoffe, wie Kaolin oder Calciumcarbona

G

Ganzstoff

Bezeichnung für eine fertige Stoffmischung für die Papiermaschine. Sie enthält alle Fasern und sonstigen Zutaten, die für das Fertigpapier erforderlich sind.

Gapformer

Doppelsiebformer in der Papiermaschine, bei dem der Suspensionsstrahl direkt zwischen die beiden einlaufenden Siebe gespritzt wird.

Gautschen

Bezeichnete ursprünglich das Ablegen des noch nassen Papierblattes vom Handsieb auf einen Filz. Heute versteht man darunter das Pressen des Papiers am Ende der Siebpartie (Papiermaschine) oder auch das Verbinden noch nasser Papierbahnen durch Aufeinanderpressen, wobei die Fasern miteinander verfilzen.

Gautschpresse

In der handwerklichen Papiermacherei die Presse, mit der das Wasser aus den geschöpften und zwischen Filzen aufgestapelten Bogen herausgepresst wurde.

Gefärbtes Papier

Nachträglich durch Streich- oder Tauchverfahren eingefärbtes Papier.

Geklebter Karton

Karton, der durch Zusammenkleben von mehreren Papierbahnen hergestellt wird. Dabei können die einzelnen Bahnen von unterschiedlicher Beschaffenheit sein. Geklebter Karton zeichnet sich aus durch eine hohe Steifigkeit.

Gestrichene Papiere

Papiere die zur Verbesserung der Oberflächenglätte, des Glanzes, der Weiße und der Bedruckbarkeit einen Strich aufweisen. Er besteht aus hochwertigen natürlichen Pigmenten, Bindemitteln sowie verschiedenen Hilfsstoffen. Der Auftrag solcher Streichfarben erfolgt industriell auf Streichmaschinen. "Gestrichen" ist in DIN 6730/A2 definiert mit: "ein- oder beidseitig mit einer Streichmasse von mindestens 5 g/m2 je Seite (Otro) versehen."

Glacé-Papier

Meist einseitig gefärbtes Papier, mit glänzender (satinierter) oder gestrichener Oberfläche. Vorwiegend als überzug von Kartonagen verwendet.

Glätte

Die Glätte eines Papiers kann von ausschlaggebender Bedeutung für das Bedrucken sein. Die Wiedergabe von Rasterpunkten und von Flächen ist abhängig von der "Ebenheit" des Papiers. Unebenheiten wirken sich mehr oder weniger negativ aus. Für die Glättemessung sind mehrere Verfahren ü

Luftstromverfahren nach Bekk(DIN 53107)
Rauhigkeitsprüfung nach Bendtsen(DIN 53108)
PPS-Verfahren (Parker Print-Surf) - Ermittlung der "Rauhtiefe"
Kontaktanteilverfahren (FOGRA)
Abtastverfahren (KL-Gerät nach Kunz-Lippke)

H

Hadern

Hadern (Lumpen) waren bis Mitte des 19. Jahrhundert hinein das einzige Rohmaterial der Papierherstellung. Heute stellen solche Textilfasern weniger als ein Prozent des gesamten Rohstoffverbrauchs. Hadern gelten als der edelste Faserstoff des Papiermachers. Eingesetzt werden sie vor allem für Papiere an die besondere Ansprüche gestellt werden, wie Banknoten- und Dokumentenpapiere, auch Dünn- und Bibeldruckpapiere.

Haftklebe-Papier

Mit aktivem Klebstoff ein- und beidseitig beschichtetes Papier. Zur Verhinderung vorzeitigem Klebens ist es mit klebstoffabweisendem (z.B. siliconisiertem) Papier/Folie abgedeckt. Hauptverwendungszweck: Etiketten.

Hadernpapiere

Besonders gute und alterungsbeständige Papiere von hoher Festigkeit.

Halb-Karton

Kartonbezeichnung für den Gewichtsbereich zwischen 130 und 170g/qm.

Halbstoffe

Für die Papierherstellung bestimmte Faserstoffe (Hadern-Halbstoff, Holzschliff, Halbzellstoff, Altpapier, Zellstoff). Sie werden unter Zugabe von Wasser und Hilfsstoffen zur eigentlichen Papiermasse aufbereitet.

Halbzellstoff

ähnlich wie Braunschliff, Chemieschliff, CTMP und TMP ein Mittelding zwischen Holzschliff und Zellstoff. Durch ein teilweises chemisches Aufschließen werden die unerwünschten Bestandteile des Holzes (Lignin, Harz) zum Teil herausgelöst. Daran schließt sich eine mechanische Nachbehandlung an. Halbzellstoff ist wesentlicher Faserstoff für die Produktion der Wellenpapiere für Wellpappen.

Handdurchschreibe-Papier

Papier mit (meist blauer) Farbschicht, das die Farbe durch mechanischen Druck (z.B. durch Kugelschreiber) an eine Unterlage abgibt.

Handschöpfung

Diese Methode wurde seit der Erfindung des Papiermachens (ca. 60 v. Chr.) bis zur Entwicklung der Papiermaschine (1799/Louis Robert) angewandt. Mit Hilfe eines Siebbespannten Schöpfrahmens schöpfte der Papiermacher aus der "Bütte" den dünnen, wässrigen Papierbrei. Heute wird noch in Museen und von künstlerischen Papiermachern Papier handgeschöpft.

Handgeschöpfte Papiere

Handgeschöpfte Papiere werden heute nur noch sehr selten hergestellt. Das im Handel erhältliche "Echtbüttenpapier" wird auf Rundsiebmaschinen produziert.

Hart-Pappe

Mit Füllstoffen und Bindemittel gearbeitete Pappe, die stark verdichtet, hart, biegefest und wasserfest ist. Z.B. für Koffer-, Schuh-, Briefordner-, Karosseriepappe.

Hartpost-Papier

Meist unter Zusatz von Strohzellstoff klanghart gearbeitetes Schreibmaschinenpapier mit guter Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Verletzung beim Bechreiben und Radieren. Mit und ohne Wassereichen.

Hilfsstoffe

Eine große Zahl von organischen und mineralischen Zusatzstoffen (z.B. Leim, Tonerde, Paraffine, Kunstharze) und Füllstoffen (z.B. Kaolin, Kreide) sowie Farbstoffen. Sie sind notwendig, um jedem Papier die gewünschten Eigenschaften zu geben.

Holzfreie Papiere

Ausschließlich aus Zellstoff, also ohne Holzstoff, hergestellte Papiere und Kartons. Die Bezeichnung "holzfrei" ist für Laien irreführend. Als holzfrei wird Papier bezeichnet, das aus gebleichtem oder ungebleichtem Zellstoff hergestellt wurde und in dem höchstens 5% verholzte Fasern (Holzschliff) enthalten sein dürfen. Dieser Zellstoff ist ein auf chemischem Weg erzeugter Faserstoff aus Holz. Herstellungsmethoden: Sulfat/Sulfit. Es müsste eigentlich heißen "frei von Lignin".

Hochformat

Form eines Blattes mit kurzer Breite (zuerst genannt) und langer Höhe (zuletzt genannt). Z.B. 21x29,7cm = DIN A4 Hochformat.

Hochglanz-Papier

Wenn die Papieroberfläche durch nachträgliches Auftragen von Streichmasse verbessert wurde, kann sie durch Glätten im Kalander bis hochglänzend "satiniert" werden. Auch durch spezielle Kontakt-Trocknung mit einem Hochglanzzylinder kann gußgestrichenes Papier ohne Satinage hochglänzend gefertigt werden.

Holzhaltige Papiere

Papiere die unter mehr oder weniger Anteil von verholzten Fasern (Holzschliff/ Holzstoff) hergestellt werden. Sie weisen eine geringere Festigkeit auf als Papiere aus reinem Zellstoff, neigen schneller zur Vergilbung und haben eine geringere Alterungsbeständigkeit.

Holzschliff

Beträgt heute zusammen mit Holzstoff nur noch knapp 9 % des Faserstoffeinsatzes der Papierindustrie in unserem Land. Hergestellt wird Holzschliff auf mechanischem Wege durch Schleifen (auf Schleifsteinen) hauptsächlich von entrindeten Nadelhölzern unter Zusatz von Wasser. Je nach dem angewandten Verfahren entsteht dabei Weißschliff, Braunschliff oder Chemieschliff. Außer den Zellstofffasern bleiben auch die Holzbestandteile Lignin und Harz in der Fasermasse enthalten. Wegen des Lignin vergilbt Papier aus Holzschliff schnell. Es wird daher vor allem für eine kurzlebige Verwendungen eingesetzt.

Holzstoff

Oberbegriff für einen ganz oder nahezu ausschließlich mit mechanischen Mitteln hergestellten Faserhalbstoff.

Hygienepapiere

überwiegend im Haushalt und für die persönliche Hygiene sowie in allen Gemeinschaftsein-richtungen benutzt, bei denen es auf Hygiene ankommt. Zu ihnen zählen. z. B. Toilettenpapiere, Haushaltstücher, Papiertaschentücher und -servietten, Kinderwindeln, Erfrischungstücher.

I

Illustrationsdruckpapier

Ungestrichenes, holzfreies oder holzhaltiges Papier mit einer durch starke Satinage erzeugten glatten Oberfläche.

Impact-Drucker

Drucker, die mittels Anschlag die Zeichen auf den Druckträger übertragen (z. B. Nadeldrucker).

Indikatorpapiere

Ungeleimte, neutrale Papiere, die mit einer Indikatorflüssigkeit zur Bestimmung von chemischen Reaktionen getränkt sind.

Inkjet-Drucker

Benötigt ein oberflächenveredeltes Papier für ein berührungsloses Druckverfahren. Das Druckbild entsteht durch winzige Tintentröpfchen, die computergesteuert auf das Papier gespritzt werden. Es muss eine schnelle Aufnahme der Tintenarten sicher gestellt werden.

Integrierte Papierfabriken

Verfügen - im weitest gehenden Fall - von der Holzgewinnung aus dem eigenen Wald bis zum fertigen Papier über alle Produktionsstufen selbst. In der Bundesrepublik umfassen integrierte Papierfabriken lediglich die Stufen Zellstoffgewinnung bis zu Papierprodukten.

J

Japanpapiere

Papiere aus Japan, wo sie aus einheimischen, zum Teil seltenen Faserstoffen wie Kozo, Mitsumata, Gampi und Kuwaka, meist als handgeschöpfte Papiere hergestellt werden. Papiere aus Japan, wo sie aus einheimischen, zum Teil seltenen Faserstoffen wie Kozo, Mitsumata, Gampi und Kuwaka, meist als handgeschöpfte Papiere hergestellt werden.

Jato

Abkürzung für Jahrestonnen (genauer: Tonnen pro Jahr). Damit wird die Kapazität einer Papiermaschine oder einer Papierfabrik angegeben.

K

Kalander

Maschine zum Glätten, Satinieren von Papier. Glättwerk aus Stahl- und Hart-Papier(Baumwoll)-Walzen. Durch sie wird die Papierbahn nachträglich geführt und mit Feuchtigkeit, Druck und Wärme satiniert (=geglättet).

Kalandrieren

Bei der Papierherstellung ist die Kalandrierung eine mechanische Glättung eines gestrichenen, aber auch ungestrichenen Papiers. Das Kalandrieren wird auch als "Satinieren" bezeichnet.

Kalibriertes Papier

Papier und Karton, das auf eine ganz genaue Dicke kalandriert wurde.

Kaolin

In der Natur vorkommender Füllstoff für die Papierherstellung. Es ist ein wasserhaltiges Aluminiumsilikat, das in Schwefelsäure mit und ohne Druck im Kessel aufgeschlossen wird.

Karton

Ein Erzeugnis, das im Flächengewicht zwischen Papier und Pappe liegt. Man unterscheidet einlagigen und mehrlagigen Karton, der gegautscht oder geklebt sein kann. Mehrlagiger gegautschter Karton besteht aus mehreren - nicht unbedingt gleichartigen - Faserschichten, die auf Rund- oder Langsiebmaschinen bzw. kombinierten Rundlangsiebmaschinen einzeln gebildet und nass zusammengeführt werden. Dabei verfilzen die Fasern der einzelnen Schichten miteinander (Gautschen), um dann als eine Endlosbahn weiterbearbeitet, d. h. gepresst und getrocknet zu werden.

Kaschierungen

Alternativ zur Beschichtung eingesetzt. Hierbei werden zwei fertige Flächen aufeinandergeklebt. Papiere und Pappen können z. B. mit Aluminiumfolie (lichtundurchlässig), Zellglas, Kunststofffolien oder Textilien kaschiert werden.

Kochung

Chemischer Prozess zur Gewinnung von Zellstoff aus Holz oder Einjahrespflanzen. Dabei werden Hackschnitzel mit Chemikalien unter Temperatur und Druckeinwirkung in einem Kocher aufgeschlossen.

Kohlepapier

Dünnes, mit Wachsfarbe beschichtetes Papier, das seine Farbe durch Druck an eine Papierunterlage abgibt.

Konditionierung

Bezeichnung für die klimatische Anpassung des Papiers an das Verarbeitungsklima. 

Konservierung von Papier

Verschiedene Methoden zur Sicherung des Papiers von Millionen von alten Schriftstücken und Büchern vor Zerfall durch den sogenannten Säurefraß. Dabei handelt es sich um chemische Methoden, das Papier zu entsäuern und zu puffern.

Kopierpapier

Naturpapiere, weiß und farbig, die sich besonders für die Anfertigung von Fotokopien, auf meist xerografischem Wege, eignen. Kopierpapier ist auf die Anforderungen der Kopiergeräte abgestimmt und wird mit Sorgfalt hergestellt.

Kraftliner

Kraftpapier aus gebleichtem oder ungebleichtem Kraftzellstoff für die Deckschichten von Well- oder Vollpappe.

Kraftpapier

Wrd zu mindestens 90 Prozent aus frischem, in der Regel ungebleichtem Sulfatzellstoff (Kraftzellstoff) hergestellt. Es zeichnet sich durch hohe Festigkeit und Beständigkeit aus.

Kraftsackpapier

Ein spezielles, hochbelastbares Kraftpapier für die Herstellung von Säcken, z. B. Zement-, Kartoffel-, Zucker- oder Düngemittelsäcken.

Krepp

Die (noch) nasse Papierbahn wird durch Stauchung fein gefaltet. Für vielerlei Anwendungsbereiche, z.B. Hygienepapier, Gärtnerkrepp, Abdeckpapier für Klebestreifen.

Kunstfaserzellstoff

Zumeist Sulfitzellstoff, häufig aus Laubhölzern gewonnen, der zu Herstellung von Kunstfasern wie Kunstseide oder Zellwolle eingesetzt wird.

L

Lackmus-Papier

Reagenzpapier (Indikator-Papier). Mit dem Farbstoff Lackmusflechte getränkt, dient es dem Nachweis von Säuren und Laugen. Blaues Lackmuspapier färbt sich in Säure rot, rotes Lackmuspapier wird in Laugen (Basen, Alkali) blau.

Laminieren

Das Verbinden verschiedener Werkstoffe (Papier, Kunststoff, Folie) durch Pressen oder Verkleben zu einem "Laminat", das alle guten Eigenschaften der verwendeten Werkstoffe vereinigt.

Lampenschirm-Papier/-Karton

Holzfreies Papier (Karton), oftmals geklebt und durch nachträgliches Imprägnieren mit ölen oder Kunstharzen transparent gemacht.

Landkartenpapier

Papier mit einer besonders guten Dimensionsstabilität. Die Anforderungen an Landkartenpapier ergeben sich aus DIN 6728.

Langsiebmaschine

Papiermaschine, in der die Siebpartie aus einer endlos umlaufenden flachen (Bronze- oder Kunststoff-) Siebbahn besteht, die von einer Reihe von Walzen oder Stützleisten getragen wird. Die Langsiebmaschine - erfunden 1799 - ist heute die meist gebrauchte Ausführung einer Papiermaschine, Rundsiebmaschinen werden vor allem für die Herstellung von Karton und Pappe eingesetzt.

Laserdruckpapier

Papier zur Verwendung im Laserdrucker mit einer relativen Feuchtigkeit von 30-35 %. Es hat eine gleichmäßige, speziell präparierte Oberfläche für eine höchstmögliche Tonerhaftung und zur sofortigen elektrischen Entladung im Laserdrucker.

Laufrichtung

Unter Laufrichtung versteht man die Richtung, in welcher die Papiermasse über die Maschine gelaufen ist (Faserlauf). Bei der Entwässerung auf dem Sieb richten sich die Fasern hauptsächlich in ihrer Länge parallel zur Laufrichtung aus. Die Bahnbreite ist die Rollenbreite, in der das Papier auf der Papiermaschine gearbeitet ist. Sie läuft quer zur Laufrichtung.

Leicht holzhaltig weiß

Zellstoff mit höchstens 30 % Beimischung von Holzschli

Leimpresse

Einrichtungen an Papiermaschinen, um beide Seiten der Papierbahn einen dünnflüssigen Leim aufzutragen (Harzleimung). Damit wird u.a. die Gefügefestigkeit eines Papiers verbessert.

Lichtechtheit

Lichtechtheit von Papieren bezeichnet die Beständigkeit der optischen und physikalischen Eigenschaften gegen Lichteinwirkung. Je weniger lichtecht das Papier ist, desto schneller vergilbt das Papier. Bei farbigen Papieren ist es in erster Linie wichtig, dass trotz Einwirkung der UV-Strahlen das Papier seine Farbe beibehält und nicht verblasst. Hundertprozentigen Schutz vor Ausbleichen unter Tageslicht und Wärme gibt es nicht. Holzfreie Rohstoffe und entsprechende Farbpigmente können die Farbtonänderung verzögern. - Messverfahren: Im Labor kann man die natürliche UV-Strahlung simulieren (Xenon-Lampe). Die Ergebnisse werden in einer Abstufung von 1 bis 8 gemessen, wobei 8 bedeutet, dass keinerlei Veränderung der Farbe messbar ist. Die Methode gemäß DIN-ISO 105-B04 ist ursprünglich zum Testen der Lichtechtheit von Textilien entwickelt worden.

Lichtechtes Papier

100%igen Schutz vor Ausbleichen unter Einwirkung von Tageslicht und Wärme gibt es für Papier nicht. Holzfreie Rohstoffe und entsprechende Farbpigmente können die Farbtonänderung verzögern.

Lichtpaus-Papier

Dient zum Vervielfältigen von Zeichnungen (auf lichtdurchlässiger Vorlage). Für die unterschiedlichen Verfahren (trocken und feucht) gibt es unterschiedliche Ausführungen dieses transparenten Papiers.

Lignin

Eine Gerüstsubstanz, die neben der Zellulose und weiteren Bestandteilen im Holz enthalten ist. Es bewirkt dort die zusätzliche Versteifung der Fasern. Im Papier ist es eine unerwünschte Beigabe, die dafür sorgt, dass das Papier schnell vergilbt. Bei der Zellstoffgewinnung wird es chemisch weitgehend von der Zellulose getrennt.

Linters

Bezeichnung für die dem Baumwollsamen nach der Bearbeitung noch anhaftenden kurzen Samenhaare. Linters werden für Papiere von besonderer Weichheit, hoher Dauerhaftigkeit und Saugfähigkeit eingesetzt.

LLWC-Papier - "Light Light Weight Coated Paper"

Besonders leicht gestrichenes Papier für den Rollenoffsetdruck.

Löschpapier

Besonders saugfähiges Papier, das überschüssige Tinte von frisch beschriebenem Papier aufsaugen kann. Es wird hergestellt in röscher Mahlung.

Luftfeuchtigkeit

Die (relative) Luftfeuchtigkeit liegt für die Papierlagerung und Verarbeitung idealerweise bei 50 bis 55 Prozent bei Temperaturen zwischen 18° und 23° C.

Luftpostpapier

Sehr dünnes, festes, meist holzfreies Schreibpapier von 16-30 g/m2 (DIN 6730).

lutro = "lufttrocken"

Maßstab für die Angabe des Trockengehalts von Papier oder Zellstoff. Im Gegensatz zu "atro" ( = absolut trocken, d. h. Null Prozent Feuchtigkeit) wird hierbei ein "normaler" (für das Papier grundsätzlich notwendiger) Feuchtigkeitsgehalt als Basis der Berechnung eingesetzt. Bei Zellstoff und Holzschliff bezieht sich das Rechnungsgewicht in der Regel auf 90:100, d. h. 90 Teile Stoff, 10 Teile Wasser.

LWC-Papier – "light weight coated paper"

Bezeichnung für ein leichgewichtiges, gestrichenes, holzhaltiges Rollenpapier für den Rollenoffset- und Rollentiefdruck.

M

Magazinpapier

Andere Bezeichnung für Zeitschriftenpapier.

Mahlung

Mechanisches Hilfsmittel zur Bearbeitung und Veränderung von Faserstoffen um bestimmte Eigenschaften zu erreichen. Dabei wird grob unterschieden zwischen den Mahlungszuständen "lang und rösch", "kurz und rösch", "lang und schmierig", "kurz und schmierig".

Makulatur

Aussortierte, mangelhafte Produktion von graphischen Drucksachen.

Maschinenbüttenpapier

Büttenpapiere, die nicht traditionell von Hand aus einer Bütte geschöpft, sondern auf besonders ausgerüsteten Rundsiebpapiermaschinen hergestellt werden.

Mattgestrichene Papiere

Gestrichene Papiere, die sich durch eine matte, mehr oder weniger rauhe Oberflächenstruktur auszeichnen. Es gibt auch glänzend- und halbmatt gestrichene Papiere.

Mattpostpapiere

Meist holzfreie, vorwiegend weiße Naturpapiere mit und ohne Wasserzeichen. Sie werden auch als Schreibmaschinenpapier bezeichnet.

Mehrfachrundsiebmaschinen

Papiermaschinen für die Herstellung von Karton und Pappe mit mehrlagigen Papierfaserstoffbahnen, die noch in sehr feuchtem Zustand zusammengepresst, gegautscht (gautschen) werden.

Mehrschichtenblattbildung

Spezielles Stoffauflaufsystem (Langsiebpapiermaschine) für eine Papiermaschine.

Melieren

Beimischung anders gefärbter Fasern zum Papierstoff.

Meliertes Papier

Papier, in dem aus Gründen der Optik oder Fälschungssicherheit andersfarbige, fein verteilte Fasern eingearbeitet sind (z.B. Banknoten-Papier).

Millimeter-Papier

Dimensionsstabiles, tinten- und tuschfestes Papier, holzfrei weiß und transparent mit feinem Liniennetz, in Millimetereinteilung bedruckt.

Mischbütte

Behälter in der Papierfabrikation, um Holzstoff und Zellstoff nach der Mahlung mit Füllstoffen und den übrigen Zusätzen zu mischen.

Mittelfeine Papiere

Sind leicht holzhaltige Druck- und Schreibpapiere.

Mittelfeines Papier

In der Qualitätsskala (holzhaltig bis fast holzfrei) etwa in der Mitte liegende Gruppe von Papiersorten mit ca. 60% Holzschliffanteil im Stoffeintrag.

Molette-Wasserzeichen

Durch Verdichten der zwar fertigen, aber noch feuchten Papierbahn entsteht mit Hilfe einer Prägewalze ein halbechtes Wasserzeichen mit scharfrandigen Konturen (verschwindet bei Eintauchen in Natronlauge).

Multiplex-Karton

Aus mehr als 3 unterschiedlichen Lagen bestehender Karton. Diese Lagen sind ohne Verwendung von Klebstoff durch Gautschen miteinander verbunden.

Musterkarten-Karton

Bristol-Karton oder verschiedenfarbiger Triplex-Karton. Zum Aufkleben oder Aufnähen von z.B. Stoffmustern oder Knöpfen.

N

Nassfeste Papiere

Zu den nassfesten Papieren gehören u. a. Etikettenpapiere, Filterpapiere, Dekorpapiere. Man erhält diese Papiere durch Zugabe von Nassfestmitteln in die Fasersuspension vor der Papiermaschine. Diese Papiere sollen nach vollständiger Durchtränkung mit Wasser noch mindestens 20% ihrer mechanischen Festigkeit im lufttrockenen Zustand haben.

Nasspartie

Der Teil der Papiermaschine, in dem durch Entwässerung der Faserstoffaufschwemmung (z.B. 99 Teile Wasser : 1 Teil Faserstoff) und Verdichtung (Naßpressen) die "Blattbildung" bewirkt wird.

Nasspressenpartie

Der Teil der Maschine, in dem filzbespannte Walzen die endlose Papierbahn weiter verfestigen und entwässern.

Natron(Kraft)Pack

Besonders zähes, reißfestes Packpapier aus Natronzellstoff (heute auch aus Sulfitzellstoff gefertigt).

Nassreißfestigkeit

Eigenschaft die besonders für Plakat-, Etiketten -, Banknoten- und Landkartenpapier erforderlich ist.

Naturkarton

Allgemeine Bezeichnung für einlagigen, durchgearbeiteten Karton ohne Strichauftrag.

Naturpapier

Allgemeine Bezeichnung für holzfreie oder holzhaltige Papiere, die im Gegensatz zu gestrichenen Papieren keine Veredelung durch einen Strichauftrag haben. Sie können auch als ungestrichene Papiere bezeichnet werden.

Naturkunstdruck

Früher gebräuchlicheres, ungestrichenes (naturbelassenes), hochsatiniertes, holzfreies Druckpapier. Mit einer auch für feinere Rasterdrucke geeigneten Oberfläche.

Naturpaus-Papier

Durch besondere Mahlung des Zellstoffes erzeugtes, durchsichtiges Zeichen-Transparentpapier (Lichtpaus-Papier).

Natürliches Wasserzeichen

Echtes Wasserzeichen, das durch Stoffverdrängung oder -ansammlung durch die sog. Egoutteur-Walze bereits auf der Naßpartie entsteht.

Nebenbahn

Bei der Ausrüstung von Papierrollen (Längsteilung) anfallende Restebreite (-bahn).

Non Impact-Drucker

Techniken, die berührungslos arbeiten (z. B. Laserdrucker, Xerographie, Inkjetdrucker).

Normal-Kopierpapier

Umgangssprachliche Bezeichnung für meist holzfreies Papier (matt, mattsatiniert und satiniert je nach Gerätetyp). Geeignet für die Schrift- und Bildaufnahme im optischen Kopierverfahren. Die Anforderungen an gutes Kopierpaier (Gerätetyp, Hitze, elktrische Aufladung, Kopiergeschwindigkeit, beidseitige Kopie, Sorter usw.) verlangen "spezielle Normal"-Kopierpapiere, z.B. in klimafester Verpackung.

Normal-Papier

Früher häufiger eingesetzte Papiere, vorwiegend für die Verwendung bei Behörden (Verwendungsklassen 1-8a). Ihre klar definierten Eigenschaften (Stoffklassen H 100-ZVL) sind in den DIN-Normblättern 6730 und 827 festgelegt. Normalpapiere müssen strenggenommen ein Wasserzeichen mit dem Namen des Herstellers und dem Wort "Normal" plus Verwendungsklasse haben (z.B. "Normal 4a).

Normformate

Vom Normenausschuß der Industrie (DIN) ab 1919 festgelegte Formatreihen A, B, C, D zur Vereinheitlichung von Papier-Abmessungen.(DIN-Forma

Noten-Papier

Meist holzfreies, zähes, nicht durchscheinendes, nicht blendendes Papier. Geräuscharm (umblättern), auch naßfest (für Platzkonzerte).

Nutzen

Aufteilung von kleineren, gleichgroßen Formaten auf den nutzbaren Teil eines Papierbogens

O

Oberflächenfestigkeit

Eigenschaft eines Papiers, einer senkrecht auf die Oberfläche einwirkenden Kraft (z.B. der Zug der Druckfarbe bei der übertragung auf das Papier beim Druckvorgang) Widerstand zu leisten.

Oberflächenleimung

Leimung, die in der Leimpresse der Papiermaschine auf die Oberfläche des Papiers aufgetragen wird. Dadurch wird die Oberfläche verfestigt, um eine bessere Bedruckbarkeit und Beschreibbarkeit zu erreichen.

Obersieb

Modernes Blattbildungssystem an Papiermaschinen.

OCR-Papier – "Optical Charakter Recognition"

Klarschrift-Belegleser-Papier.

Offsetpapier

Sammelbegriff für viele holzfreie und holzhaltige Naturpapiere sowie für ungestrichene Recyclingpapiere in satinierter oder maschinenglatter Ausführung (Glättwerk), die im Offsetdruck verarbeitet werden.

Opazität

Bezeichnung für die Undurchsichtigkeit des Papiers. Wenn beide Seiten eines Papiers bedruckt werden sollen, ist diese Eigenschaft besonders wichtig. Die Opazität wird dadurch erhöht, daß man der Papiermasse mehr Holzschliff oder Füllstoffe wie Kaolin, Talkum oder Titandioxyd zusetzt. Durch die Füllstoffe entsteht gleichzeitig auch eine glattere Oberfläche.

Optische Aufheller

Fluoreszierende Stoffe, die der Papier- oder Streichmasse zugegeben werden. Durch Umwandlung von UV-Licht in sichtbares, blaues Licht lassen sie dem Betrachter das Papier unter Tageslicht weißer erscheinen. Durch die Zugabe solcher Substanzen kann der Weißgrad von Naturpapier und auch von gestrichenen Papieren erhöht werden.

otro = "ofentrocken"

Diese Bezeichnung dient der Bestimmung des Trockengehaltes von Faserstoffen und von Papier, Karton und Pappe (früher: atro = absolut trocken). DIN 6730 sagt: "Verhältnis der Masse eines Werkstoffes nach Trocknung unter festgelegten Bedingungen zur Masse bei der Probenahme (‹ absolut trocken); (z. B. angewandt auf Zellstoff siehe DIN EN 20638)".

P

Packpapier

Oberbegriff für eine sehr bedeutende und vielfältige Gruppe der Papiere, die zum Schutz und zur werblichen Ausstattung des Verpackungsgutes dienen. Die zahlreichen Sorten erfüllen die unterschiedlichsten Anforderungen (z.B. Reiß-, Scheuer-, Dampf-, Aromadichtigkeit). Sie sind je nach Rohstoffeinsatz eingeteilt in folgende Gruppen: AP-Packpapiere bestehen zu mehr als 50% aus regenerierten Papierstofffasern (Altpapier), der Rest aus Papierzellstoffen. ZP-Papiere bestehen überwiegend aus Frischfasern-Sulfitzellstoffen mit nur geringen Altpapierzusätzen. Kraftzellstoff-Papiere müssen midestens 50% Frischfasern-Sulfatzellstoffe und weniger als 50% Kraftpapierabfälle enthalten.

Pack-Seidenpapier

Dünnes Packpapier (unter25g/qm), teilweise mit besonderen Eigenschaften z.B. farbig als Flaschenseiden; knotenfrei als Zwischenlage bei Spiegeln; chlor- und säurefrei für Edelmetallverpackungen.

Packkrepp

Packpapier, daß durch Kreppung besonders dehnfähig gemacht wurde. Zum Verpacken von unregelmäßig geformten Gegenständen (z.B. Maschinen).

Paperback

(engl.) Kartonumschläge für Taschenbücher (Fadenheftung, Klebebindung, Einhängung).

Papier

Erzeugnis aus mechanischen oder chemisch freigelegten Pflanzenfasern, die in wässriger Suspension miteinander verfilzt und - unter Zusatz von Hilfsstoffen wie Füllstoffen, Farbstoffen oder Leim - zu einer Blattform verarbeitet werden. Oder, laut DIN 6730: "ein flächiger, im wesentlichen aus Fasern meist pflanzlicher Herkunft bestehender Werkstoff, der durch Entwässerung einer Faserstoffaufschwemmung auf einem Sieb gebildet wird. Dabei entsteht ein Faserfilz, der umschließend verdichtet mit getrocknet wird".

Papierdicke

Mit sog. Dickemessern feststellbare Bogenhöhe, die bei gleichem Flächengewicht des Papiers unterschiedlich sein kann. Formel: Papierdicke (mm) / Flächengewicht (kg) = Volumen.

Papierformat

Wird bestimmt durch Breite und Länge (in cm) des Papierbogens (DIN-Format).

Papiergewichte

a.) Flächengewicht = g/qm b.) Bogengewicht = g/Bogen c.) 1.000 Bogengewicht = kg/1.000 Bogen d.) Rollengewicht = kg per Rolle - siehe auch Flächengewicht.

Papiermaschine

Das zentrale Element jeder Papierfabrik. Auf bis zu mehr als 10 Metern Breite und bis zu 200 Metern Länge sind unter dem Sammelbegriff "Papiermaschine" sehr unterschiedliche Aggregate hintereinandergeschaltet: Stoffauflauf, Siebpartie, Pressenpartie, Trockenpartie und Aufrollung sind - bei sehr variablen Konstruktionsmöglichkeiten - die Standardelemente. Im Stoffauflauf wird der Faserbrei (mit bis zu 99 Prozent Wasser aus der Aufbereitung) gleichmäßig auf ein äußerst feines Endlossieb aufgebracht, das sich ständig fortbewegt und - außer bei sehr schnellen Maschinen - auch seitlich geschüttelt wird. Für bestimmte Verwendungszwecke wird das Papier außerhalb der Papiermaschine noch besonders veredelt (satiniert bzw. geglättet).

Papiermängel

Papier ist ein Gebilde aus überwiegend organischen Fasern. Es verlangt bei Herstellung, Oberflächenveredelung, Transport, Lagerung und Verarbeitung sorgsame Behandlung. Bei der Herstellung sind Toleranzen in definierten, engen Grenzen unvermeidbar. Bei der Weiterverarbeitung ist der Schutz vor ungünstigen Witterungseinflüssen zu beachten.

Papierprüfung

Methoden und eine Vielzahl von Vorschriften und Normen, um Papier und Karton auf Eigenschaften, Beschaffenheit, Qualität und Güte nach genau definierten und nachvollziehbaren Wegen auf speziellen Prüfgeräten und auch Probedruckgeräten (zur Prüfung der Bedruckbarkeit) zu überprüfen.

Papierrohstoffe

In erster Linie Holz, daneben aber auch Textilien (Hadern) und Stroh. Ein weiterer Ausgangsstoff, der wesentlich zur Papierherstellung eingesetzt wird, ist das Altpapier.

Papierveredelung

Das etwas porige Naturpapier kann zur Verbesserung der Oberfläche ein- und beidseitig in einer Reihe von unterschiedlichen Verfahren "beschichtet" werden. Mit einem Strich (z.B. China-Clay oder Kunststoff, Farbpigmente plus Bindemittel wie z.B. Stärke), der bis zu 30% des fertigen Papiergewichtes ausmacht.

Papiervolumen

Das Volumen eines Papiers zeigt das Verhältnis seiner Dicke zu seinem Gewicht in g/m2. Bei normal gearbeitetem Papier mit normaler Glätte spricht man hinsichtlich seines Rauminhaltes von einfachem Volumen oder 1/1 Volumen. Bei gleichem Quadratmetergewicht ist ein Papier um so griffiger, je voluminöser es ist.

Pappe

In der Regel stärker als Karton (Flächengewicht) und hat darum eine größere Festigkeit. Nach dem Produktionsverfahren werden Maschinenpappen und Wickelpappen unterschieden. Verpackungskarton, Technische und Spezial-Pappen.

Papyrolin

Papier aus einer Verbindung von Papier mit einem Textilgewebe.

Papyrus

Vorläufer des Papiers, der diesem den Namen gegeben hat. Hergestellt wurde es aus einem schilfartigen Sumpfgewächs (Papyrus), dessen Stengelmark in Streifen geschnitten, kreuzweise übereinandergelegt und dann gepresst, gehämmert, geglättet und getrocknet wurde.

Pauscht

Alte Bezeichnung aus der Zeit des Handschöpfens für einen Stoß von 181 geschöpften Bogen, die zwischen 182 Filzen lagen und zum Entwässern gepresst wurden.

Pergamentpapier - (genannt "Echt Pergament")

Ein kochfestes, fett- und wasserdichtes Papier. Das Ausgangsprodukt ist ein saugfähiges Rohpapier, das in einem Schwefelsäurebad behandelt wird, um die Papieroberfläche abzudichten. Pergamentpapier wird vor allem zum Verpacken von Fettprodukten (Butter, Margarine) sowie für technische Zwecke eingesetzt.

Pergamin

Aus fein gemahlenem Zellstoff hergestelltes, weitgehend fettdichtes, aber nicht nassfestes Papier. Seine hohe Transparenz erhält es durch sehr scharfe Satinage.

Phloroglucin

In Ethanol und Salzsäure gelöste flüssige Reagenz, die das Lignin im holzhaltigen Papier rot färbt. Dadurch wird der Holzschliffanteil erkennbar.

PH-Wert

Maß für die Konzentration von Wasserstoffionen in Lösungen. Saure Lösungen haben einen pH-Wert kleiner als 7, alkalische größer als 7. Beim pH-Wert von 7 spricht man von neutral, einem Wert, der zum Beispiel auf entionisiertes Wasser zutrifft.

Plakatpapier

Naturpapier mit besonderen Eigenschaften für die Bedruckbarkeit und speziellen technologischen Voraussetzungen für das Einweichen vor der Plakatierung, für das Kleben und für die Witterungsbeständigkeit. Die einseitig farbig gestrichene Plakatpapiere (auch in Tagesleuchtfarben) müssen lichtbeständig und regenfest sein.

Post-Consumer-Waste - Altpapier

Der Begriff "post-consumer-waste" kommt aus dem Amerikanischen. Gemeint ist Altpapier im Sinne der Definition nach DIN 6730. Dies können z. B. alte Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge u. ä. sein.

Postkartenkarton

Leicht holzhaltig oder holzfrei. Er muss entsprechend der Postvorschrift ein Mindestgewicht von 150 g/m2 haben.

Pre-Consumer-Waste - Altpapier

Der Begriff "pre-consumer-waste" kommt aus dem Amerikanischen. Gemeint sind Sekundärstoffe im Sinne der Definition nach DIN 6730/A1. Dies können sein: Stanzabschnitte aus der Briefhüllenfertigung oder Randbeschnitte bei der Rollenverarbeitung u. ä.

Pressenpartie

Papiermaschinenaggregat, das sich an die Siebpartie anschließt. Durch Press- und Saugwalzen sowie endlose Filze entwässert und verdichtet es die Papierbahn.

Primärfaser

Frischfasern aus pflanzlichen Rohstoffen zur Herstellung von Neupapier. Sie werden mechanisch (Holzschliff) oder durch chem. Aufbereitung (Zellstoff) gewonnen.

Pulp

Englische Bezeichnung für den aufbereiteten, produktionsfertigen Faserstoff.

Pulper

Maschine (Stoffauflöser) zum Auflösen von Zellstoff, Holzstoff oder Altpapier in der Papierindustrie. Dabei wird der Stoff so stark aufgelöst, dass er pumpfähig wird und der Verarbeitung zugeführt werden kann.

Q

Querformat

Form eines Blattes mit langer Breite (zuerst genannt) und kurzer Höhe (zuletzt genannt). Z.B. 42 x 29,7 cm = DIN A3 Querformat.

Querschneiden

Arbeitsgang zum Ausrüsten von Papier (Ausrüstung). Dabei werden die auf Rollen produzierten Papier- und Kartonbahnen in einem Querschneider auf die gewünschten Formate aufgeschnitten und auf Paletten gestapelt.

Querschneider

Um Papierbahnen vorbestimmter Breiten in Bogen zu schneiden. Dabei laufen die Papierbahnen in einer oder mehreren Schichten übereinander unter einem Schlagmesser hindurch, das genau auf das gewünschte Maß eingestellt ist.

R

Radierfestigkeit

Eigenschaft für Transparentpapiere, Zeichenpapiere und -kartons. Sie wird erzielt durch eine Imprägnierung oder Leimung des Papiers.

Rakelstreichmaschine

Streichmaschine für die Herstellung von gestrichenen Papieren. Dabei wird die Streichfarbe zuerst im überschuss auf die Papierbahn aufgetragen und dann mit einer flexiblen Stahlklinge (Rakel) gleichmäßig dosiert und egalisiert.

Randwelligkeit

Unerwünschte Welligkeit von Papier durch ungünstige klimatische Einflüsse. Sie entsteht in der Regel durch ein zu trockenes Papier oder eine zu hohe relative Feuchte im Lager-/Verarbeitungsraum (weil ungeschützt) oder ein zu frühes Auspacken unterkühlter Papierpaletten.

Raummeter

ist eine Maßeinheit für Schichtholz. 1 Raummeter (rm) ist ein mit Holzstücken ausgelegter Raum, von 1 m3 (einschließlich der Zwischenräume). 1 Raummeter Rundholz entspricht etwa 0,75 Festmeter.

Reagenzpapiere

Papiere, die mit einem chemischen Reagenz getränkt sind zum Nachweis gasförmiger Substanzen oder der alkalischen bzw. sauren Reaktion einer Lösung (Indikatorpapier).

Recycling

Im weitesten Sinne als die Wiederverwendung schon gebrauchter Materialien zu interpretieren. Recycling ist wesentlicher Bestandteil sowohl des Umweltschutzes als auch der Rohstoffökonomie. Die Idee des Recycling (das englische Wort hat seinen Ursprung im griechischen "cyclos" = Kreis) wird in der Papierindustrie seit Mitte des vergangen Jahrhunderts systematisch verwirklicht.

Recycling-Papier

Papier, die aus bedruckten Altpapieren und/oder unbedruckten Papierresten hergestellt werden. Diese Wiederaufbereitung ist ca. 7 - 8 mal möglich. Um sie als Druckpapiere nutzen zu können, wird mit Hilfe von Laugen und Druckluft (Floatation) die Druckfarbe des Altpapiers entfernt.(De-Inking). Wichtigster ökologischer Aspekt des Recycling ist, Papier im Kreislauf zu halten und damit ein Anwachsen der Altpapiermengen auf Mülldeponien zu verhindern. Recyclingpapiere können heute zu 100% aus Altpapier hergestellt werden.

Refiner

Kegelförmige Mahlmaschine, in der die Rohstoffasern mit hoher Geschwindigkeit "aufgeschlagen" (gequetscht, fibrilliert) werden. Dies geschieht durch Reiben der Fasern untereinander und durch Einwirken von Zentrifugalkräften zwischen feststehenden Messern/Scheiben und einem konischen Metallgehäuse.

Reißfestigkeit

Stärkste Belastung , die Papier aushalten kann, bevor es zerreißt - Testmöglichkeit nach DIN 53112.

Relative Feuchte

Die Verhältniszahl (in %) zwischen der Wasserdampfmenge, die momentan in der Luft vorhanden ist, und der Wasserdampfmenge, die bei der momentanen Temparatur von der Luft maximal (Sättigung) aufgenommen werden kann (z.B. 45% rel. Feuchte).

Ries

Bezeichnung für eine variable Menge von Papierbogen, die in Ries-Einschlagpapier verpackt werden.

Rohpapier

Bezeichnung für die in der Papierfabrik hergestellten Naturpapiere, die außerhalb der Papiermaschine einer weiteren Veredelung, z.B. durch Streichen, unterzogen werden.

Rollenschneider

Dienen dazu, die Papierbahn in Längsrichtung ein- oder mehrmals zu teilen. Zu diesem Zweck läuft die Bahn mit hoher Geschwindigkeit über scharfe Messerrollen (Tellermesser), die genau auf die gewünschten Bahnbreiten eingestellt sind. Will man Formatpapiere erzeugen, so werden die Bahnen noch über einen Querschneider geführt.

Rotationsdruckpapier

Oberbegriff für eine Vielzahl von Rollendruckpapieren, sowohl für den Zeitungsdruck als auch für den Illustrationsdruck im Rollen-Offsetdruck und Rollen-Tiefdruck.

Rundsiebmaschinen

Arbeiten, anders als Langsiebmaschinen, nicht mit flachen Siebbahnen, sondern mit Siebzylindern. Diese Rundsiebe rotieren meist in mit Faserbrei gefüllten Trögen. Dabei setzt sich der Papierstoff auf dem Sieb ab, das Wasser läuft nach innen ab. Das so gebildete Papierblatt wird dann mit einer Filzbahn vom Rundsieb abgehoben und durchläuft die gleichen Stationen wie auf den Langsieb-Papiermaschinen (Papiermaschinen). Rundsiebmaschinen haben den Vorteil, dass sich mehrere Zylinder so hintereinander aufstellen lassen, daß mehrere Papierbahnen nass zusammengeführt (gautschen) und zu einer stärkeren Bahn vereinigt werden können. Deshalb setzt man sie vorwiegend zur Herstellung von Karton oder Pappen ein.

Rupffestigkeit

Wichtige Festigkeitseigenschaft für Papiere, die im Offsetdruck bedruckt werden sollen.

S

Säurefreie Papiere

Papiersorten, die keine Säure und auch keine Restchemikalien, die Säure produzieren, enthalten. Wenn von einem Papier Alterungsbeständigkeit verlangt wird, sind solche Papiere zu bevorzugen.

Satinage

Bezeichnet das Glätten der Oberfläche eines Papiers in einem Kalander. Dadurch ergibt sich die gewünschte Oberflächencharakteristik des Papiers.

Satiniert

Papiere, für deren Verwendungszweck (bedrucken mit feinem Raster) die Oberflächenqualität aus dem Glättwerk der Papiermaschine nicht ausreicht. Die Satinage erfolgt in einem Kalander, einem System übereinanderliegender, meist beheizter Stahlgusswalzen und Papierwalzen, durch die das Papier schlangenförmig hindurchgeführt wird.

Sauerstoffbleiche

Bleichverfahren mit sauerstoffhaltigen Bleichmitteln (z.B. Sauerstoff, Wasserstoffperoxid). Führen zu keinerlei Belastungen mit organischen Chlorverbindungen – siehe auch Bleichen.

SC-Papiere - SC = "supercalandered"

Sind Papiere mit stark verdichteter Oberfläche bzw. im Kalander geglättete Papiere für den Rollenoffset- und Rollen-Tiefdruck.

Schmalbahn

Bezeichnung, aus der die Laufrichtung der Papierfasern eines Bogens hervorgeht. Dabei ist die kürzere (schmalere) Kante aus der Breite der Papierbahn der Papiermaschine geschnitten worden.

Schreibmaschinenpapier

Schreibmaschinenpapiere sind weiße oder farbige Naturpapiere, speziell zur Verwendung im Büro.

Schreibpapiere

Weiße oder farbige, holzfreie oder holzhaltige aber auch mit Sekundärfasern gefertigte Papiere mit Oberflächenleimung. Durch eine Satinage erhalten sie im Kalander eine verdichtete und glatte Oberfläche.

Schrenzpapier

Einfachstes AP-Papier, das ausschließlich aus unsortiertem Altpapier hergestellt wird. Es ist meist grau, manchmal bräunlich eingefärbt und hat ein Flächengewicht von 80 g/m2 und mehr. Es dient vorwiegend als Ausgangsstoff für verschiedene Wellpappen.

SD-Papier

Gruppe der selbstdurchschreibenden Papiere, die Anfang der 50er Jahre in Amerika entwickelt wurden. Sie ermöglichen die Durchschrift ohne Kohlepapier. Von den unterschiedlichen Technologien hat das chemische Reaktionspapier die größte Verbreitung. In Mikrokapseln eingebettete Farbstoffe werden durch Druck zerstört und bewirken auf einer chemisch behandelten "Nehmerschicht" eine farbige Reaktion. Dabei heißt: CB = coated backside (Oberblatt) CF = coated frontside (Unterblatt) CFB coated front- and backside (Mittelblatt).

Seidenpapiere

Sind - unabhängig vom eingesetzten Faserstoff - alle Papiere bis zu einem Flächengewicht von 30 g/m2. Sie dienen vorwiegend zum Verpacken empfindlicher Gegenstände.

Sekundärfasern

Fasern für die Papierherstellung, die die Papier- oder Pappeerzeugung bereits durchlaufen haben (DIN 6730/A1) – siehe auch Altpapier, Post-consumer-waste, Pre-consumer-waste.

Selbstdurchschreibepapier

Funktionspapiere, weiß und farbig, für die Herstellung von Mehrfachformularen.

Sieb

Kunststoffgewebe als Endlosbahn zur Blattbildung und Entwässerung der Fasersuspension, die vom Stoffauflauf aufgebracht wird (Siebpartie).

Siebseite

Bezeichnet die Seite des Papiers, die bei der Blattbildung in der Papiermaschine auf dem Sieb aufliegt. Sie ist, vor allem bei Faserstoffen niedrigerer Qualität, häufig am leichten Abdruck des Kuntsstoffgewebes auf der Papieroberfläche zu erkennen. Die Siebseite enthält zudem weniger Füllstoffe, weil diese zum Teil mit dem Wasser vom Sieb abgesogen werden. Die dem Sieb abgewandte Seite wird wegen der glatteren Oberfläche und des höheren Füllstoffgehalts als "Schönseite" oder "Schöndruckseite" bezeichnet. Für diese Verschiedenheit der beiden Oberflächen haben die Papiermacher den Begriff "Zweiseitigkeit" geprägt.

Spielkartenkarton

Ein aus mehreren Lagen bestehender geklebter Karton bester Qualität. Die äußeren Lagen sind hochweiß, während die Mittelschichten oftmals gegen ein Durchscheinen grau bis schwarz gefärbt sind.

Stoff

Ausdruck in der Papierindustrie für die aus Fasern und einer Vermengung aus Fasern und Zutaten aller Art hergestellte Mischung dieser Bestandteile mit Wasser.

Stoffaufbereitung

Behandlung und Veränderung von Fasern sowie das Mischen von Faserstoffen und Zusätzen im gewünschten Verhältnis entsprechend der auf der Papiermaschine zu produzierenden Papierqualität.

Stoffauflauf

Wichtiger Bestandteil einer Papiermaschine. Er hat die Aufgabe, den Stoff nach der Stoffaufbereitung dem Sieb in einer vorgegebenen Menge zuzuführen.

Stoffdichte

Begriff für den Anteil von Fasern und Füllstoffen in einer Aufschwemmung mit Wasser, ausgedrückt in Prozent. Eine Stoffdichte von 5% sagt aus, dass in der Stoffsuspension von 100% fünf Prozent Feststoffanteile als Fasern und Füllstoffe enthalten sind.

Streichmaschine

Maschine zur maschinellen Herstellung von gestrichenen Papieren. Sie hat die Aufgabe eine bestimmte Streichfarbe auf die Oberfläche des eigentlichen Trägerpapiers oder Rohpapiers zu übertragen.

Strohzellstoff

Durch Häckseln, mechanische Behandlung und chemisches Aufschließen (Zellstoff) des Strohs gewonnen. Der Anteil am Rohstoffverbrauch der deutschen Papierindustrie macht höchstens noch 0,2 Prozent aus.

Sulfatzellstoff (auch: Natronzellstoff)

Entsteht durch Kochen von Holzschnitzeln in ätznatronlauge mit Schwefelnatriumgehalt. Die alkalische Kochung ermöglicht es, auch harzhaltige Hölzer einzusetzen, da das Harz beim Kochen verseift wird. So wird es möglich, die für die Papierfestigkeit günstigen langen Fasern der Kiefer aufzuschließen (Zellstoff). Das Sulfatverfahren bringt einen sehr festen, zähen Zellstoff hervor. Sulfatzellstoff ist schwieriger zu bleichen als Sulfitzellstoff.

Sulfitzellstoff

Entsteht, wenn in Schnitzel zerhacktes Fichten- oder Laubholz in einer Lösung aus Kalzium- oder Magnesiumbisulfit und schwefliger Säure gekocht wird. Sulfitzellstoff hat gegenüber dem Sulfatzellstoff den Nachteil kürzerer Fasern - gleichbedeutend mit geringerer Festigkeit im Papier -, ist aber leichter zu bleichen.

SWAN LABEL

Der SWAN LABEL ist ein Umweltzeichen für Feinpapiere. Das nordische Umweltzeichen wird vom Institut für Normung SIS vergeben. Eine neutrale, internationale Kontrollinstanz beurteilt nicht nur das Produkt selbst, sondern auch den Herstellungsprozess. Zielsetzung: Der nordische Schwan soll dem Käufer helfen, unter dem Warenangebot die am wenigsten umweltbelastenden Produkte auswählen zu können und die Hersteller zu Produktentwicklungen zu motivieren, die Rücksicht auf Gesundheit und Umwelt nehmen. Erfüllt ein Feinpapier die gestellten Bedingungen, muss der Hersteller bei der Bewerbung um das Umweltzeichen sämtliche technischen Daten des Produktes und der Herstellung offen legen. Weiterhin muss er damit einverstanden sein, dass eine unabhängige Organisation kontinuierlich die Einhaltung der Vorschriften kontrolliert. Die Lizenz für den nord. Schwan gilt für die Dauer von max. 3 Jahren und kann jederzeit widerrufen werden, wenn die Bedingungen nicht erfüllt werden. Die grundlegenden Kontrollen des Swan-Zeichens für die ganzheitliche Papierherstellung beziehen sich auf die eigentlichen Emissionen bei der Zellstoff- und der Papierherstellung in die Umwelt.

Synthetische Papiere

Nach DIN-ISO 6730 sind Synthesefaser-Papiere ein "flächiger, im Wesentlichen aus Chemiefasern bestehender Werkstoff".

T

Tabellierpapier

Unbedrucktes oder mit dünnen, hellen auf Endlosformularmaschinen bedrucktes Endlospapier mit Führungslochrand zum Einsatz in Datendruckern.

Tambour

Nennt man die Rolle, auf der die Papierbahn am Ende ihres Laufes durch die Papiermaschine aufgewickelt wird.

TCF – "totally chlorine free" (total – chlorfrei)

Zellstoffe zur Herstellung dieser Papiere werden weder mit Elementarchlor noch mit Chlorverbindungen gebleicht. Die Bleiche erfolgte in der Regel mittels Sauerstoff und Wasserstoffperoxid.

Technische und Spezial-Papiere

Umfassen die unterschiedlichsten Arten von Papier für spezielle Anwendungsbereiche, z. B. Dekorpapiere für die holz- und möbelverarbeitende Industrie, Kondensatorpapier, Karbonrohpapier (das zu Kohlepapier weiterverarbeitet wird), verschiedene Filterpapiere, Fotopapiere, Zigarettenpapier und viele andere.

Technische und Spezial-Pappe

Meist Hartpappen für technische Verwendungszwecke wie z.B. Karosseriepappe, Schuhpappe, Kofferpappe, Lederfaserpappe, Pressspan- und Matrizenpappe. Auch Maschinenpappen wie Rohdachpappe (die zu Dachpappe weiterverarbeitet wird) und Unterlagspappe, sowie eine ganze Reihe weiterer Pappen für Spezialanwendungen zählen dazu.

Tellern des Papiers

Das Tellern eines Papiers entsteht dann, wenn die relative Stapelfeuchte höher ist als diejenige der umgebenden Raumfeuchte (bei gleicher Temperatur): Die Fasern geben Feuchte ab (bis zur Gleichgewichtsfeuchte). Dies führt zur einseitigen Schrumpfung der Bogenkanten im Stapel.

Testliner

Bezeichnet den Deckenstoff für Voll- und Wellpappen mit garantierten Festigkeitseigenschaften. Testliner hat meist ein Flächengewicht von 120 - 320 g/m2.

Thermosensitives Papier

Mit wärmeempfindlicher Schicht versehenes Papier, das sich bei einem sehr kurzen Kontakt mit einem erhitzten Schreibkopf eines EDV-Druckers oder im FAX-Gerät verfärbt und dadurch "beschriftet" wird.

Tiefdruckpapier

Meist holzhaltiges, satiniertes Druckpapier, das gleichmäßig saugfähig ist und absolut gleiche Farbannahmefähigkeit hat.

Tissue

Ein dünnes Hygienepapier aus Zellstoff oder Altpapierstoff. Es wird - meist mehrlagig - beispielsweise zu Toilettenpapier, Papiertaschentüchern oder Kosmetiktüchern verarbeitet.

TMP – "Thermo Mechanical Pulp"

Thermomechanischer Holzstoff wird durch Mahlung von vorgewärmten Holzschnitzeln bei Temperaturen um 130° C hergestellt. Das TMP-Verfahren ermöglicht eine schonendere Zerlegung des Holzes in Einzelfasern als beim "normalen" Holzschliffverfahren.

Transferdruckpapier

Papier, das als Bedruckstoff beim Thermodruck verwendet wird.

Transparentpapier

Papiere mit hoher, gleichmäßiger Transparenz. Sie wird erreicht durch eine sehr schmierige Mahlung. Verwendet wird 100% Langfaserzellstoff, um die notwendige Festigkeit zu erhalten.

Transparenz

Bei Papier ist damit die Durchsichtigkeit gemeint (Gegensatz Opazität).

Triplexkarton

Karton, der aus drei verschiedenen Stofflagen besteht.

Trockenpartie

Wesentlicher Bestandteil einer Papiermaschine. Nach der mechanischen Entfernung des Wassers aus der Papierbahn in der Pressenpartie erfolgt in der Trockenpartie eine weitere Entfernung von Wasser durch Wärmeeinwirkung.

U

ULWC-Papiere – "Ultra Light Weight Coated Paper"

Ultraleicht gestrichenes Papier speziell für den Rollenoffset- und Rollentiefdruck.

Umschlagkarton

Naturkarton, der neben seinem ursprünglichen Einsatzzweck für Drucksachen verwendet wird, für die es eine große Auswahl an zusammenpassenden Farben und Gewichten geben muss - Flächengewicht: 130, 170, 300 g/m².

Umweltschutzpapier

Der Begriff ist irreführend (Papier schützt nicht die Umwelt). Im Markt ist diese Bezeichnung nur noch selten anzutreffen. Papiere dieser Art unterscheiden sich von Recyclingpapieren dadurch, dass der Stoffeintrag in Form von Altpapier nicht deinkt wird, was zu einem niedrigen Weißgrad und zu einer begrenzten Einsatzfähigkeit führen.

Ungestrichener Karton

Seine hochwertige Vorderseite aus Zellstoff ist matt und gut zu bedrucken.

V

VDP – "Verband Deutscher Papierfabriken e. V."

VDP ist der industrielle Spitzenverband der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie. In ihm haben sich - nach dem Stand vom Dezember 2006 - 102 Unternehmen zusammengeschlossen, die 130 Produktionsstätten in Deutschland haben. Der VDP repräsentiert über 90 Prozent von Produktion und Umsatz der Branche. 2006 wurde mit 22,6 Mio produzierten Tonnen Papier, Karton und Pappe ein Umsatz von 14 Mrd. Euro erzielt. Hinzu kamen 1,5 Mio. Tonnen Zellstoff, die zu ca. 75 Prozent integriert zu Papier und Karton verarbeitet werden. Damit ist der VDP Sprecher und Interessenvertreter der größten nationalen Papierindustrie Europas.

Velinpapier

Bezeichnung für ein Papier mit glatter Oberfläche und geschlossener, ruhiger Durchsicht. Sie stammt noch aus der Zeit der manuellen Papierherstellung.

Velour-Papier

Nachträglich mit Woll- oder Konststoffasern beflocktes Papier. Mit plüschartiger Oberfläche als Bezugspapier für Feinkartonagen und z.B. Besteckkästen.

Verbundpackstoff

Packmaterial, das zur Addition mehrerer erwünschter technischer Eigenschaften aus verschiedenen Verbundmaterialien kaschiert, verschmolzen oder verklebt wird.

Veredeltes Papier

Durch Zusatzstoffe in der Papiermasse oder durch Oberflächenbehandlung werden diese Papiere an spezielle Einsatzzwecke angepaßt (z.B. naßfeste Papiere, siliconisierte Papiere, beschichtete Papiere, gestrichene Papiere).

Vergilben

Durch Licht- und Sauerstoffeinwirkung verfärben sich insbesondere bei holzhaltigen Papieren die im Holz enthaltenen Lingine und andere verholzte Fasern.

W

Walzenglättwerk / Walzenstreichverfahren

Verfahren, bei dem der Auftrag und die gleichmäßige Verteilung der Streichfarbe auf der Papieroberfläche noch in der Papiermaschine (ist veraltet) oder in der Streichmaschine nach verschiedenen Systemen und mit unterschiedlichen Walzen erfolgt.

Wasserstoffperoxyd - siehe Sauerstoffbleiche

 

Wechselbahn

Wenn zur Ausnutzung der Arbeitsbreite einer Papiermaschine aus den gefertigten Rollen sowohl in Schmal-, wie Breitbahn Bogen geschnitten werden, spricht man von Wechselbahn.

Weisse

Ein sehr entscheidendes Kriterium für die qualitative Zuordnung von Papier. Die Weiße (der Weißgehalt) wird gemessen im Vergleich zu Magnesiumoxyd, dessen Rückstrahlvermögen für Licht aller Farben gleich 100% gesetzt wird (nicht zu verwechseln mit Farbort).

Wellpappe

1871 in den USA erfunden. Wegen seiner guten Verpackungseigenschaften setzte sich das neue Material weltweit schnell durch. Die Jahresproduktion der Wellpappenpapiere in der Bundesrepublik lag 2006 bei 6,3 Millionen Tonnen. Hergestellt wird Wellpappe, indem eine Papierbahn, der sogenannte Wellenstoff (häufig aus Halbzellstoff), zwischen zwei Riffelwalzen hindurchgeführt und dabei mit Druck und Hitze in Wellenform gepresst wird. Dieses gewellte Papier wird danach in der gleichen Maschine ein- oder beidseitig mit einer glatten Papierbahn beklebt. Außerdem kann man sie je nach Anforderung in mehreren Lagen verarbeiten.

Werkdruckpapier

Ein maschinenglattes, holzfreies oder leicht holzhaltiges Druckpapier mit mehr oder weniger Füllstoff auf höchstmögliches Volumen gearbeitet.

Wickelpappen

Handpappen werden auf Wickelpappenmaschinen mit ein oder zwei Rundsieben hergestellt, wobei die nasse Pappe auf einer sogenannten Formatwalze zur gewünschten Stärke aufgewickelt und dann in weiteren Arbeitsgängen gepresst und getrocknet wird.

Widerdruckseite

Widerdruck- und Schönseite sind Gegensätze. Sie entsprechen den Bezeichnungen Sieb- und Filzseite der Papierhersteller.

X

Xerographiepapier von "xero" (griechisch ="trocken")

Papier mit einem geringeren Feuchtigkeitsgehalt als allgemein üblich. Es hat eine gleichmäßig widerstandsfähige Oberfläche und eine sehr geringe Neigung zum Stauben. Aufgrund dieser Merkmale ist es besonders gut geeignet für Fotokopien oder auch Druckarbeiten, die später noch zusätzlich fotokopiert werden müssen.

Z

Zeitschriften-Papier

Früher stark satiniertes (Illustrationsdruck), schon seit längerem meist maschinengestrichenes Druckpapier, auch Magazinpapier genannt. Für den Rollendruck auch mit Fertiggewichten unter 60g/qm als LWC-Papier (light weight coated).

Zeitungsdruckpapier

Stark holz- oder altpapierhaltiges, maschinenglattes oder leicht geglättetes Papier mit einem Flächengewicht von 40 bis 52 g/m2, Standardgewichte: 45 und 48,8 g/m2. Da dieses überwiegend für den (schnellen) Rotationsdruck bestimmt ist, muss es die Farbe schnell aufnehmen, also gut saugfähig sein. In der Bundesrepublik Deutschland wird Zeitungsdruckpapier durchweg auf Basis Altpapier hergestellt (De-Inking). Der rechnerische Verbrauch (= Erzeugung + Import - Export) lag im Jahr 2006 bei 2,7 Mill. Tonnen.

Zellstoff

Faserstoff, der aus pflanzlichen Faserrohstoffen durch chemischen Aufschluss gewonnen wird und als Hauptbestandteil Zellulose neben anderen Stoffen wie Hemizellulose, Restlignin und organische Stoffe enthält. Dabei wird das Holz (Laub- und Nadelhölzer) zunächst mechanisch in Hackschnitzel zerkleinert. Diese werden dann mit einer Kochflüssigkeit (Kochung) imprägniert und unter Druck und Temperatur über mehrere Stunden gekocht und gebleicht (Bleichen). Es gibt verschiedene Kochprozesse. Am Schluss der Verarbeitung wird der fertige Zellstoff getrocknet und zu Platten gepresst oder direkt über eine Pipeline an die Papierfabrik geliefert.

Zellulose

Ist die häufigste, natürlich vorkommende, organische Verbindung. Die Zellwände der Pflanzen bestehen aus diesem Faserstoff. Im Holz ist die Zellulose mit Lignin und anderen Bestandteilen der Zellwand verbunden.

Zigarettenpapier

Glimmfähiges, sehr dünnes, geruch- und geschmackloses Papier. Die Glimmfähigkeit wird erreicht durch spezielle Imprägnierungen.

ZP-Papiere

Sulfitzellstoffpapiere, für deren Herstellung mindestens 65 Prozent Frischfaserstoff (Sulfitzellstoff und Holzschliff und höchstens 30 Prozent Altpapier eingesetzt werden.

Zweiseitigkeit - siehe Filzseite, Siebseite